Vorgestellt: Freilichtmuseum Detmold


Deutschlands größtes Freilichtmuseum




Eckdaten

Wann? - Von April bis Oktober, immer außer Montags (auch an Feiertagen). Näheres auf der Homepage
Wo? - An der Paderborner Straße in Detmold (die große Aufschrift am Parkplatz ist nicht zu übersehen)
Was? - Zwei alte Dörfer, Pferdekutschen, Bauernhöfe, Felder - einfach Geschichte hautnah

Unsere Meinung

In ganz Ostwestfalen-Lippe gibt es wohl keine bessere Möglichkeit sich ein Bild der Bauern- und Dorfgesellschaft der vergangenen vier Jahrhunderte anzueignen, als im Freilichtmuseum Detmold. In bester Lage des Teutoburger Waldes beherbergt das LWL Museum eine Fläche im Ausmaße von 90 Hektar. Hier fanden und finden weiterhin Fachwerkbauten und ähnliche zeithistorische Gemäuer einen neuen Platz. Aus ganz Westfalen lassen sich hier Gebäude finden. Diese sind natürlich begehbar.
Das Gelände ist – so grob gesagt – eingeteilt in zwei Dörfer. Zum einen das Sauerländer Dorf und zum anderen das Paderborner Dorf, welche im Umfeld Äcker, Wiesen und Felder, Bäume, Windmühlen, Wald und Wanderwege beherbergen und untereinander gut vernetzt sind. Angst sich hier zu verlaufen brauch keiner haben. Wegweiser stehen an sämtlichen Hautpunkten. Angst hingegen muss man haben, an einem Tage alles zu Gesicht zu bekommen. Selbst geübte Läufer kommen hier auf ihre Kosten. Doch auch ungeübte können auf ihre Kosten kommen, wenn sie für 2,50€ die Kutschfahrt mitmachen. Jede halbe Stunde ab Eintrittsportal an der Kasse eine neue Fahrt. Sobald man den recht modern gehaltenen Eingang verlässt und durch einen Waldweg das Hauptareal betritt, taucht man mit jedem gelaufenen Meter immer tiefer in die Welt der vergangenen Tage ein. Fürsorglich zieren Originalexponate wie Schränke, Sofa, Sessel, Stühle, Tische, Vasen, Vitrinen, Karten, Bilder, Kaffeeservice, Öfen und vieles mehr die Innendekoration und erleichtert einem das Eintauchen ungemein. Ob es ein Spritzenwagen im Spritzenhaus oder eine altertümliche Landkarte im Schulhaus ist, alles hat seinen rechten Platz im Detmolder Museum.
Wenn man nicht gerade Sprössling eines Bauern bzw. generell Besitzer eines altertümlichen Baus im Fachwerkstil ist, so wird man sich sicher an den imponierenden Bauten ergötzen können. Sehr imposant ist hier der zweigeschossige Dachboden des aus Albersloh stammenden Bauernhofs unmittelbar zu Beginn der ersten Weggabelung. Ein Me(e/h)r an Dachpfannen. Eine Pracht, wie man sie heutzutage nur noch selten zu Gesicht bekommt. Prunkvoll verzierte Tore, Torbögen, Brücken, Treppen, Betten und ähnliches gibt es hier zu bewundern. Doch zugegeben, gehörte schon viel Geld dazu ein solches Hause sein Eigenen nennen und bewohnen zu dürfen. Daher wohl selbstverständlich der Gedanke, dass in unmittelbarer Nachbarschaft – wobei dies bei diesen Größenverhältnissen relativ zu betrachten ist – unweit entfernt, umgeben vom besagten Hof aus Albersloh und einem weiteren Prunkbau – dem Lippischen Meierhof – das Armenhaus zu finden ist. 
Man merkt deutlich den Kontrast der sich auftuenden gesellschaftlichen Differenzen. Und so erzählt uns eine Bewohnerin des Armenhauses interaktiv ihre Geschichte und wer im armenhaus von Rinkerode sein Dasein fristete. Dies gehört eindeutig zur durchplanten Museumspädagogik, welche nicht nur die historisch-wissenschaftliche Authentizität in der Vordergrund stellt, sonder im Zusammenspiel mit selbigen ein Gelungenes Konzept in der Vordergrund stellen will. So ist auch die Dorfidylle des Paderborner Dorfes einzuordnen. Sofort – sollte man sich über einen hinteren weg dem Dorfe nähern (bekanntlicher Weise führen viele Wege nach Rom) – wird man von einem typischen Bauerngarten begrüßt. Beete mit Buchsbaum eingesäumt, in denen sich sämtliche Sorten an Nutz- und Zierpflanzen wiederfinden. Ebenfalls eingesäumt sind die Wege im gesamten Areal. Teilweise wachsen hier längst vergessene Apfelsorten am Wegesrand und werden in ihrer Gewohnheit und Charakteristik am Wegesrand durch ergänzende Schilder erklärt. Doch es findet sich auch Programm im Dorf. So gibt es neben Werkstätten wie beispielsweise der Kerzen- und Wachswerkstatt auch eine Textilwerkstatt und Pferde dürfen auch nicht fehlen. Auch wenn dies gerne das Bedürfnis der Kleinen anspricht, so sind die Großen nicht am falschen Fleck. Hier gibt es in der Bäckerei und in der Gastronomie am Rande des Paderborner Dorfes Verpflegung reichlich. 
Leider kann nach so viel positivierender Euphorie nicht alles so herzerhellend sein, weshalb ich im Folgenden auf die wenigen Nachteile eingehen möchte. Leider machen einige Gebäude einen verbrauchten und verwitterten Eindruck. Ein Hilfeschrei bleibt auch dem Laien nicht verwehrt. Man muss kein Tischler sein um feststellen zu müssen, dass dringende und intensive Pflege nötig ist und an einigen Gebäuden dringend gehandelt werden muss. Auch müssen Fotografen einige Abstriche in Kauf nehmen. Das Fotografieren ist innerhalb der Gebäude mit Blitz und Stativ verboten. Dies aus dem einfach Grund, dass bei hohen Besucherzahlen (was besonders in den Ferien und an Wochenenden vorkommt) ein Stativ im Weg stehen würde. Blitzfotografie ist hingegen verboten, um die Exponate zu erhalten.
(Geschrieben von Mario)

Link zur offiziellen Seite

Das Freilichtmuseum Detmold gehört zum Landschaftverband Westfalen-Lippe (LWL) - www.lwl.org

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