Making-of: Häkelnadelrolle {Tutorial}

Bei meinem ersten RUMS am Donnerstag habe ich euch meine Häkelnadelrolle gezeigt. Da ich beim Nähen ein paar Fotos für Mario gemacht hatte, der geraten hat, was aus dem Stoff da wohl werden soll (nein, keine Tatü-Ta) kann ich hier auch ein bisschen zeigen.




Am Anfang stand die Idee von einer Art Rolletui. Nach dem Zählen meiner Nadeln und dem Wissen, dass nicht alle in der Dose lagen brauchte ich Platz für etwa 40 Nadeln. Ist das nicht erschreckend? Ein Blick in Stoffschrank und auf meine sonstigen Werke machte klar, dass es wieder schwarz-weiß kariert mit schwarz werden sollte. Ein bisschen Spitze und es sollte passen. Damit ist der Stoff klar, aber was wird aus dem Schnitt?

Innenstoff:
Wir brauchen (von oben nach unten) Nachtzugabe, Reserve, Nadellänge, Fachhöhe x2, Nadellänge, Fachhöhe x2, Nahtzugabe. Also wird gerechnet: 1 cm + 1cm + 15 cm + 2x 10 cm + 15 cm + 2x 10 cm + 1 cm = 73 cm.
Die Breite hängt von der Anzahl der Nadeln ab, pro Nadel brauchen wir 2cm (passt für Nadel bis 12 mm) und natürlich zwei mal Nahtzugabe. In meinem Fall waren das dann 52 cm, da ich für die Zukunft gerüstet sein wollte.

Außenstoff:
Dieser ergibt sich aus den Maßen für den Innenstoff. Wir brauchen Nahtzugabe, Reserve, Nadellänge, Nadellänge, Nahtzugabe (der Stoff für die Fächer wird später so gefaltet, dass er keine Rolle mehr spielt). Hier also 33 cm. Die Breite entspricht der des Innenstoffes (52 cm).

Vlies:
Ein Stück Fließ in der Größe des Außenstoffes wird auch noch benötigt. (Ich glaube ich habe H630 verwendet, leider fehlte der Rand von meinem Stück schon.)

Klappe:
Die Klappe sorgt dafür, dass die Nadeln nicht heraus fallen, wenn die Rolle in der Tasche mal falsch herum liegen sollte. Meine ist so lang, dass sie bis kurz über den unteren Einschub reicht und an jeder Seite etwa 1 cm schmaler als die Rolle. Also 50 cm breit und etwa 20 cm lang (wir müssen ja wieder an die Nahtzugabe denken). Die Klappe brauchen wir sowohl aus Außen- als auch aus Innenstoff.

Verschluss:
Für das Band habe ich einen 4,5 cm breiten Stoffstreifen über die gesamte Stoffbreite (bei mir ca. 1,50 m) zugeschnitten.

Deko:
Für das Jojo brauchen wir Stoffreste. Für den Knopf habe ich einen Kreis mit einem Radius von 2,5 cm zugeschnitten (22 mm Knopf). Der weiße Stoff stammt von einem alten Bettlaken und hat einen Radius von 4,5 cm. Der schwarze Stoff kommt vom Innenstoff und hat einen Radium von 7 cm.
Ich gebe immer den Radius an, da ich mit einem Kreisschneider arbeite und der Radius dem späteren Durchmesser des Jojos entspricht.


Für die Deko beziehen wir einen Knopf, stellen zwei Jojos her (da gibt es massenhaft Anleitungen) und fügen alles zusammen. Entweder nähen wir es später direkt an oder wir bringen jetzt eine Broschennadel an.

Erstmal falten wir unser Innenteil und bügeln jeden Knick schön, damit wir es später leichter haben. Die Nahtzugabe, die Reserve (die Nadeln sollen ja die Klappe nicht hochdrücken) und die Nadellänge messen wir am Stück ab und legen sie auf das Bügelbrett. Die rechte Stoffseite zeigt dabei nach oben. Die Höhe für das Fach falten wir nun von uns weg und die linke Stoffseite liegt oben. Ab dieser Kante falten wir nun zurück. Es entsteht das Fach für die obere Nadelreihe. Die Höhe für die zweite Nadelreihe messen wir nun auch ab, sie liegt auch wieder auf dem Bügelbrett und die rechte Stoffseite zeigt nach oben. Erneut falten wir die Höhe für das Fach nach oben und ab dieser Kante wieder zurück. Übrig bleibt der zweite Teil des Einschubs und die Nahtzugabe.

Nochmal die Kurzfassung: 17 cm nach unten, 10 cm nach oben, 25 cm nach unten, 10 cm nach oben, 11 cm nach unten. Wenn der Außenstoff die gleiche Größe hat stimmt alles.

Die Kanten der Einschübe werden nun abgesteppt und nach Lust und Laune verziert. Ich habe erst einmal mit schwarz füßchenbreit an der Kante entlang genäht und das Muster danach in weiß darüber gesetzt.


Als nächstes wird die Klappe genäht. Ich habe die Spitze auf die rechte Seite des Innenstoffes gelegt (an einer langen Seite), gesteckt und festgesteppt. Dabei lag die gerade Kannte der Spitze an der Schnittkante. Danach habe ich den anderen Stoff rechts auf rechts darauf gelegt und über die alte Naht genäht (so wie ich es auch mit Reißverschlüssen mache um mich nicht zu vernähen). Dann noch die kurzen Seiten schließen und wenden, Ecken ausformen. Die zweite lange Seite kann offen bleiben. An dieser Stelle habe ich auch das Stück Webband angebracht, leider haben die Stiche in den Ecken nicht gepackt. Weiß jemand woran das liegt?

Nun zum Band. Ich habe es durch einen 25 mm Schrägbandformer gezogen. Dazu an einer kurzen Seite ein Stück hin und her nähen und die Fäden lang abschneiden, damit geht das durchfädeln sehr viel leichter. Durch den Former ziehen, in der Mitte klappen und gleich zusammen nähen. Entweder mit einem geraden Stich an der Seite oder ganz einfach mit einem breiten Zickzack-Stich in der Mitte. Die Enden über die komplette Breite einklappen und dann erst falten. So sind alle offenen Kanten versteckt.


Jetzt geht es in die heiße Phase. Aus vielen Teilen wird ein großes Ganzes. Zu unterst kommt das Vlies. Darauf der Innenteil mit den Einschüben. Diese sollten nach oben zeigen. Schon mal mit einigen Nadeln gegen Verrutschen sichern oder gleich welches zum Bügeln nehmen. An der oberen Kannte wird die Klappe mittig ausgerichtet. Sie sollte so liegen wie sie später auch sein soll, bei mir also mit dem Webband nach oben. An der rechten Kannte nun noch das Verschlussband anbringen. Einfach mittig falten und stecken, die geschlossene Seite des Knickes liegt dabei nach außen. Jetzt kommt der Außenstoff drauf. Warum auch immer war der Innenstoff bei bei zulang, darum habe ich mich immer an der oberen Kante orientiert.

Rund herum schließen, einfach mit einem Steppstich. Unten eine Wendeöffnung lassen (ca. 10 cm sollten reichen). Darauf achten, dass die Klappe nicht mit in der Seitennaht festgenäht wird, aber sehr wohl in der oberen Naht (darum musste die letzte Seite auch nicht geschlossen werden). Unten fühlen wo der Knick der späteren Steckfächer ist, damit diese nicht zu klein werden. Am Ende Wenden und die Ecken sorgfältig ausformen.


Jetzt kann schon mal zur Probe gerollt werden. Wenn alles passt sehr gut, ansonsten den Fehler suchen und ausbessern. Jetzt ist die letzte Chance. Die Wendeöffnung zustecken und einfach an der unteren Kante knappkantig absteppen. Diese Näht ist der Anfangspunkt für die Nähte, die die Fächer trennen.


Mit ein paar Nadeln alles gegen verrutschen sichern und von einer Seite ausgehend Linien im Abstand von 2 cm aufzeichnen. Ich habe dazu ein großes Geodreieck und Schneiderkreide verwendet. So sollte es am Ende aussehen:


Nun von der unteren Naht ausgehend über die Linien bis mindestens zum Ende der oberen Einschübe oder aber bis zum Anfang des Überschlags nähen (verriegeln nicht vergessen!). Ich habe mich für die letzte Variante entschieden, da die Nähte auch von außen zu sehen sind und es so ordentlicher aussah. Sicher könnte man auch erst die Fächer nähen und dann alles zusammen fügen, aber ich dachte, dass es so stabiler ist. Alle Fäden abschneiden, dekorieren, befüllen und freuen.


Wie immer habe ich mir aller größte Mühe gegeben, kann aber für nichts garantieren. Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung. Eine Freundin hat schon angefragt und vielleicht schaffe ich es ja aussagekräftigere Fotos zu machen.

Meine Anleitung ist für euch kostenlos und nur für den privaten Gebrauch bestimmt. Gerne verlinke ich sie zur kostenlose Schnittmuster Linkparty.

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