Mein spezielles Studentenfahrrad

Nachdem ich euch in der letzten Woche schon einen Gastpost von Mario präsentieren durfte, ist es nun auch an der Zeit, dass mein Bruder mal zu Wort kommt, denn es gibt da ein Gefährt, dass auf seine Art doch ganz sicher kreativ ist und viel zu schade ist um sich im Gewühl der Straße zu verstecken, aber geht das überhaupt? Lasst euch einfach überraschen. Fahren musste ich auch schon und es fährt sich ganz genau so, wie es aussieht.



Für das schnelle Vorrankommenn in der (Mittel-)Großstadt braucht man als Student eigentlich kein Auto. Mit dem Bus kann man schnell und kostenlos überall hinkommen, zumal die Busse hier auch in einem vernünftigen Rhythmus fahren. Doch manchmal ist man doch etwas spontan und möchte jetzt sofort zum Ziel kommen, aber dafür extra das Auto aus der mühsam erkämpften Parklücke holen? Niemals!


Für solche Fälle hat man doch ein Fahrrad. Und hier in der Stadt sehen das 98% der Menschen genauso, wobei die Artenvielfalt vom Geschäftsmann auf dem neuesten E-Citybike bis zum Studi auf einem klapperigen Hollandrad reicht. Bei der immanenten Unfall- und Diebstahlgefahr macht letzteres wohl mehr Sinn.


Also bleibt das „gute Fahrrad“ Zuhause und ein günstiger Ersatz muss her. Nur woher nehmen und nicht stehlen? Ein billiges Damenfahrrad mit Korb kostet gebraucht immernoch knappe 100€ (selbst erlebt auf der Fahrradauktion vom Ordnungsamt) und ein Mountainbike oder Rennrad ist ja wohl nur unpraktisch. Das Schicksal hat mir die Entscheidung abgenommen.


Dieses alte Campingrad (kein Kinderfahrrad!) sollte entsorgt werden und lag bereits in der Schrottmulde als ich es fand. Abgesehen von einem platten Reifen fehlenden Anbauteilen und etwas Spiel in den Lagern kein schlechtes Teil. Und mit ein bisschen Zeit und meinem Teilefunduns auch wieder fahrbereit. Mit Mountainbike-Lenkergriffen und einer anderen Sattelstange ist es sogar für mich groß genug und dank der kleinen Räder und des kurzen Radstandes kann ich Kreise um die Fußgänger fahren.


So begann das Studium und mein kleines rotes Fahrrad brachte mich Tag für Tag zur Uni. Aber nach Vorlesungsende hat man Zeit zum Basteln aber nichts zu tun, das Auto ist fertig und Handarbeiten sind nicht mein Fall. Darum musste mein Drahtesel dran glauben, natürlich zu einem studentenfreundlichen Budget. Wie praktisch das sich ganz in der nähe dieser holländische Schnäppchenladen befindet. Für den Gegenwert von 12 Litern Superbenzin konnte ich (im laufe des Semesters) mein Rad völlig umgestalten. Da habe ich auch keine Skrupel Dinge auszuprobieren die ich am Auto niemals machen würde.


Ob es nötig ist so viel Kitsch ans Fahrrad zu tackern weiß ich nicht. Manche Leute schütteln auch den Kopf über mich und mein Clownsfahrrad (vermutlich auch nur weil ich darauf sitze und kein Grundschüler), aber die Kinder mögen es und wenn sie mit dem Finger auf mich zeigen, dann zeige ich natürlich zurück und drück die Hupen. Mit den Taschen und Körben schaffe ich jeden Einkauf und durch die vielen Lämpchen kann man nachts nichtmehr übersehen werden.


Alles was blinkt, sich dreht oder Geräusche macht durfte seinen Platz finden, wobei es zum Ende hin immer schwieriger wurde noch eine freie Stelle zu schaffen. Jetzt mit der neuen Dreigang-Schaltung hat auch die lange Steigung zur Uni ihren Schrecken verloren. Vermutlich ist dieses Kunstprojekt jetzt abgeschlossen und sofern es nicht wegkommt, wird es mich die nächsten Jahre begleiten. Oder es wird Eingelagert und die Verwandlung beginnt mit dem nächsten Rad von neuem -ich hab da noch ein Tandem gekauft...


13 liebe & nette Meinungen

  1. Wie toll is das denn??? Wow!
    Am besten gefallen mir die Lämpchen... :-)
    LG Doris von wiesennaht

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    1. Hallo Doris,
      die Blumen-Lichterkette ist die neueste Addition. Leider ist sie so hell das man nachts nichtmehr die Straße erkennen kann. Aber das ist es mir Wert mein Rad vor der Mensa sofort wiederzufinden.
      Mfg Comickus

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  2. Unglaublich cool!
    ich gestehe im a***ion Markt habe ich die Zutaten für die kinderbikes gekauft....frei nach dem Motto....Kitsch as Kitsch can!
    auf viele gemeinsame Kilometer!
    und wenn Duves nicht mehr magst-deine Schwester macht eine gute Figur darauf!;-)!
    Liebe Grüße Tina

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    1. Hallo Tina,
      ich bin heilfroh erst so spät von diesem Laden erfahren zu haben. Ansonsten würden alle Fahrräder bei uns so rumfahren. Und meine Schwester meinte selbst, dass sie nie im Leben eine so gute Figur auf dem Rad macht wie ich ;-)
      Wenn ich jemals die Lust verliere, kommt es in die stille Ecke für die nächste Generation.
      Comickus

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    2. Hallo Tina,

      vielen lieben Dank, aber mein lila Rad geb ich nicht mehr her, darum hab ich ja auch schon zwei und das muss reichen. Das andere Rad vom Brüderchen sieht seriöser aus, aber als Studentenrad finde ich es zu genial :D

      Liebe Grüße
      Rebecca

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  3. Das ist ja ein geniales Rad. Toll geschrieben , macht Spaß es zu lesen und die Fotos sind auch klasse. Einfach ein wunderschöner Post.

    Liebe Grüße
    Marita

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  4. Sehr cool, das könnte nach dem Gebrauch auch locker als moderne Kunst durchgehen ;) Immerhin weiß so auch jeder, wem das Rad gehört, echt klasse!

    Liebe Grüße, Jessica

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  5. Das nenn ich mal ein getuntes und gepimptes Rad!!!! SUPERGE*L ;)
    Was mir allerdings auffällt: Wo ist der Flaschenöffner? *lach*
    Nee im Ernst: ein richtes Hingucker-Rad!
    Liebe Grüße
    Gusta

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    1. Hallo Gusta,

      recht hast du. Der fehlt wirklich noch. Da werde ich mit meinem Brüderchen mal ein ernstes Wort reden müssen :D

      Liebe Grüße
      Rebecca

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  6. Ahhhh, wie gut, dass ich nun mal eine gemütliche Runde bei dir drehe - du weißt... die Zeit lässt einem manchmal nur kurze Bloggerrunden drehen. Was hätte ich mich geärgert, wenn ich dein Rad hier komplett verpasst hätte! Das ist so cool! Bringt gute Laune schon beim Anschauen und niemand würde sich trauen, ein solches Kunstwerk zu entwenden.
    LG Astrid

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    1. Hallo Astrid,

      da hättest du wirklich was verpasst. Das Rad gehört meinem Bruder und ich durfte es nur mal fahren, weil er das Tandem hatte, was ich mich nicht recht getraut hab alleine zu fahren. Ein ganz anderes Fahrgefühl :D

      Liebe Grüße
      Rebecca

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  7. Was für ein knaller Fahrrad. Ich kenne so kleine Klappräder ja, aber keines davon hat so viel Stil wie dieses. Das ist eine wahre Rarität, die man nicht so schnell übersieht. Ich persönlich wäre ja nie auf die Idee gekommen ein Rad derart zu tunen, aber so kann man sicher sein, dass das Rad niemand klaut. Ist viel zu auffällig damit zu verschwinden ;o)

    Liebe Grüße, Carmen

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    1. Hallo Carmen,

      das ist ein Klapprad ohne Klapp. Hatte ich vorher auch noch nie gesehen. An der Deko war ich so gar nicht beteiligt, dass hat mein Bruder ganz alleine gemacht. Nur die Satteltasche haben meine Mama und ich ihm mal mitgebracht :) Er ist schon stolz drauf und wo er im Moment am Auto nicht so viel machen kann :D

      Liebe Grüße
      Rebecca

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