Rietberger Nachtlichter 2014

Immer noch erinnere ich mich so gerne an die aller erste kunstvolle Beleuchtung in Rietberg zurück. Damals vor so vielen Jahren zur Landesgartenschau war dies mein Höhepunkt und die Veranstaltung, damals noch unter dem Namen "Rietberg Illumina" zog sich über ganze zwei Wochen. So begeistert wie damals alle waren gibt es seit dem Jahr für Jahr eine Fortsetzung. Doch von Jahr zu Jahr wurde es langweiliger und vor allem Platter. Es gab da ein Jahr, da sind die Kameras schon gar nicht mehr mit gekommen, während wir im ersten Jahr gleich an drei Abenden zum Fotografieren dort waren. Im letzten Jahr hat dann Wolfgang Flammersfeld die Leitung übernommen und wir haben der ganzen Sache nochmal eine Chance gegeben. So viele Menschen wie dort mit der Kamera bewaffnet herumlaufen ist doch klar auf welche Zielgruppe auch eingegangen werden sollte: Die Fotografen. Sie halten alles für die Ewigkeit fest und verbreiten es auf der Homepage, dem Blog und in Sozialen Netzwerken. Wenn das Fotografieren aber fast unmöglich ist und einfach nicht dabei herum kommen will, dann ist das schwer. In diesem Jahr waren wir wieder sehr positiv angetan und so gibt es ein paar mehr Fotos. Es wurde sogar fleißig ausgemistet, was auch schon mal ganz anders war.



Gleich zu Beginn wurden wir von den Besuchermassen erschlagen. Da ist es dann gar nicht so leicht ein Plätzchen zu finden von dem aus man die Akrobatin, die mit ihren Tüchern direkt am Wasser turnte sehen geschweige denn fotografieren zu können. Letztes Jahr war dies die Künstlerin mit dem genialen Umhang. Was mir da fehlt wäre die Information wann genau denn dort überhaupt etwas zu sehen ist, denn immerhin wird die ganze Innenstadt in die Veranstaltung mit einbezogen und zufällig genau zur richtigen Zeit dort zu sein ist dann gar nicht so leicht.


So haben wir - also Mario und ich - uns erstmal weiter schubsen lassen. Und zwar über eine Brücke die mit bunten Mustern angestrahlt war. Auf dem Foto in der Zeitung sah das so hübsch aus, aber wenn man sich mitten in den Weg stellen müsste wo eh schon kein Fuß auf den Boden zu bekommen ist. Wirklich schade, dass diese Attraktion so unter gegangen ist. Genau wie der beleuchtete Wasserfall. Um hier zu Fotografieren hätte man wohl die ganz Brücke versperren müssen und den Aufstand hätte ich mal erleben wollen. Ein Herz für Fotografen wäre manchmal echt nett. Wir ertragen ja auch all die, ähm, Familienfotoalbumknipser, die sich überlegen, dass es ja dunkel ist und man den Blitz anmachen sollte. Entschuldigung, aber das ist Murks! Erstmal schafft der kleine Blitz es ganz sicher nicht die halbe Innenstadt auszuleuchten was nötig wäre und was viel schlimmer ist. Es geht doch gerade um die hübschen bunten Lichter und wie sie die Umwelt verändert, was bringt es denn da, das alles weg zu beleuchten. Es kommt da Tag, da stellen wir Blitzverbotsschilder auf. Erstmal werden die Fotos eh nichts und zudem unsere auch nicht. Wir sehen ja ein - ja, sogar ich - dass nicht jeder Fotografie als sein Hobby bezeichnet, aber das muss doch wirklich nicht sein.


Aber nicht nur die künstliche Beleuchtung sondern auch die natürliche Beleuchtung hatte in jener Nacht ihren Reiz. So habe ich festgestellt, dass mein Objektiv wohl doch nicht so toll ist, denn das rechts ist der Mond, der leider gnadenlos überbelichtet ist. Das da links, was nach Mond aussieht, ist in Wirklichkeit die Spiegelung vom Mond im inneren des Objektivs. Joa. Das buchen wir dann mal unter experimentelle Fotokunst ab und belassen es dabei.


Schön anzusehen aber schlecht zu fotografieren war das nächste Werk. Die Männchen auf der Schulmauer gehören gar nicht dazu, sondern das blaue davor. Da wurden Animationen auf einen Rasensprenger geworden und der Wasserstrahl diente als Leinwand. Sehr spannend und immer wieder anders. Die Spiegelung im Bachlauf davor wollte leider nicht auf den Chip gebannt werden.


Wo da gerade dieses seltsame laufende Männchen ist. Der Weg war zwar noch nicht so ein toller, beschilderter Rundkurs wie am Anfang, wo man sich ganz ohne Plan zurechtfinden und alles sehen konnte, aber es gab einen Weg, der an den kniffeligen Stellen sogar beschildert war und auch einen auf dem Flyer eingezeichneten Weg in Form einer krüppeligen neun. Es blieb also nicht ganz aus Strecken doppelt zu laufen, aber immerhin gab es keine Werke mehr, die in irgendwelchen Gärten und Hinterhöfen versteckt waren und nur durch Farbflecke auf einer großen Skizze gekennzeichnet waren. Wer in Rietberg aufgewachsen ist, dem mag das leicht fallen - uns von Auswärts leider nicht. Dieses Jahr haben wir uns nicht verlaufen, haben alles gesehen und mussten nur zwei mal und nicht hunderte male auf den Plan gucken. Wenn es nächstes Jahr wieder so ist, dann sind wir bestimmt dabei.



Hier haben wir uns so beömmelt. Als ich Mario abgeholt habe, da war es genau so dunkel wie im Frühjahr auf dem Weg zur Arbeit und Mario saß genau so auf der Gartenmauer, damit ich ihn einsammeln kann. Da haben wir schon geulgt ob wir denn auch genug Flyer und Anhänger dabei haben und dann stehen da diese Tonnen und mal ganz ehrlich: Glühbirnen gehören nicht in die Biotonne. Aber spannend sah es aus und sogar mit Farbwechsel. Die Kinder waren auch total gebannt und fragten sich, warum denn die eine Birne so anders aussehen würde.


Im Jahr 2010 fand die Illumina fast ausschließlich im Skulpturenpark statt (wenn ich mich da richtig erinnere). Auch dieses Jahr gab es hier wieder einiges zu entdecken. So z.B. diese Fensterrahmen.


Oder diesen Baum mit Neonstreifen. Die müssen es dem Künstler wohl sehr angetan haben, denn sie begegneten uns gleich noch einmal an anderer Stelle.


Ein bisschen gruselig und für Nähtanten genau das richtige - zumindest musste ich sofort an euch denken - war dieser Baum mit Kommnions- und Taufkleidern. So sehen sie ja schon hübsch aus, aber beleuchtet wirken die feinen Stoffe gleich noch einmal ganz anders.



Manche Fotos entstehen ganz zufällig. Un wenn bunt angestrahlte Bäume ja nett zum Spazieren gehen sind, so sind sie zum Fotografieren doch eher langweilig. Wenn dann aber ein anderer Fotograf plötzlich genau dort stehen bleibt, dann ist es egal, dass die Diskokugeln sich einfach nicht fotografieren lassen wollen und ganz schnell muss etwas anders ausprobiert werden. Was war ich froh, dass der Mann eine Weile brauchte und so brav seine fünf Sekunden still stehen blieb und nicht einfach weiter gelaufen ist. Bei vielen Leuten hat das nämlich sonst den Vorteil, dass sie auf Fotos einfach verschwinden.


Nicht nur mir haben es die Pferde und wohl besonders das Einhorn angetan. Eine ganze Pferdeherde stand dort im Park herum und wechselte die Farbe.



Auch scheint der Künstler ein Fan von Spielen zu sein. Denn diese Würfel lagen dort auch noch im Park und ein paar Meter weiter die Promenade entlang (ich mag kein Stroboskoblich! Es tut nichts fürs Foto und außerdem wird mir davon immer schwindelig und ich bekomme Kopfschmerzen) haben wir dann noch dieses Mikadospiel entdeckt.


Und wenn man den Blick dann mal nach unten schweifen lässt, dann sieht man Dinge, an denen man sonst einfach vorbei laufen würde. 


Danach (dem Schildchen folgend) ging es dann in den Klostergarten (hoffentlich vertue ich mich jetzt nicht, aber er Stadtplan liegt neben mir und da ist leider nichts beschriftet - tut mir leid).



Neben diesen beleuchteten Ringen gab es noch eine - wie ich finde - sehr coole Gestalt, die aus sieht wie ein Ringgeist aus dem Herrn der Ringe, der sich mit einem der Bewohner in den roten Umhängen aus Twilight zusammen getan hat.


Nicht viel weiter ging es dann zu unserem liebsten Platz, denn hier duftet einfach alles so herrlich nach Lavendel und wir bleiben hier zu gerne stehen und genießen nur um dann am Ende festzustallen, dass es noch so viel zu sehen gibt und es nur noch ein paar Minuten bis Mitternacht sind und wir im Skulpturenpark weit mehr als eine Stunde gebraucht haben.





Gar nicht als Teil der Illumination gedacht hatte es mir eine Wegecke mit Tor und Straßenlampe so richtig angetan und darum darf dieses Stück unsers Weges durch die Nacht auf gar keinen Fall fehlen.


Nach einem Schlänker durch die Stadt wo es außer verweister Fressbuden nichts mehr gab ging es zurück zum Ausgangspunkt. Mittlerweile war es so leer geworden, dass unser einziger Gegner die Zeit war. Nur noch gut 15 Minuten und ein gutes Stück Weg am Wasser entlang zu den Blumen und der Akrobatin, die leider nicht mehr da war und den Gesichtern.


Vor einigen Jahren haben wir schon einmal pünktlich zu Mitternacht im dunklen Gestanden. Beleuchtung aus, Straßenbeleuchtung nicht an und das in einer Stadt in der man sich nicht so gut auskennt und schon gar nicht im Dunklen. Dieses Jahr war es anders. Es war nicht nur eine Taschenlampe dabei sondern brannte die Beleuchtung auch nach Mitternacht noch. Nichts desto trotz haben wir hier den Weg zurück zum Auto eingeschlagen wo es noch einen Keks gab bevor wir uns auf den Weg ins warme Bettchen gemacht haben, denn nachts wird es wirklich richtig kalt.


4 liebe & nette Meinungen

  1. Das sind ganz tolle Bilder geworden! Schön, dass es dieses mal wieder besser war und ihr so schöne Fotos machen konntet! In Bremen gab es sowas ähnliches auch jedes Jahr, aber das wurde leider aus Kostengründen vor zwei Jahren eingestampft.... Ich finde ja die beleuchteten Kleider am Baum ziemlich genial gruselig, das könnte auch direkt aus nem Horrorfilm stammen^^

    Liebe Grüße, Jessica

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Jessica,

      die letzten Jahre stand auch immer wieder im Raum, dass es das nicht mehr geben soll und dann wurde doch noch eine Lösung gefunden. Persönlich fände ich ja auch eine Spendendose oder so mehr als okay. Aber es ist für die Besucher komplett kostenlos. Hinfahren, Parkplatz suchen, angucken und wieder fahren :D

      Liebe Grüße
      Rebecca, die die rote Gestalt auch total gruselig findet

      Löschen
  2. Das sieht sooo wunderschön aus. Ich wollte mir das doch mal live ansehen. Das muss ich echt unbedingt. Deine Bilder sind sehr gelungen und machen "appetit" auf mehr.
    Liebe Grüße
    Gusta

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Gusta,

      bei uns in der Siedlung gibt es eine kleine Pension und in der Stadt auch Hotels - ein Gästezimmer haben wir leider nicht. Da kommst du nächstes Jahr im Oktober einfach her. Erst nähen wir und quatschen und später geht es dann zusammen mit Mario zum Fotografieren nach Rietberg :)

      Liebe Grüße
      Rebecca

      Löschen

Vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast mir einen Kommentar zu schreiben. Ich freue mich sehr.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...