Bringt sie zum Schweigen von Ramon Maria Winter {Rezension}

Eine Reihe blutiger Vorfälle versetzt das verschlafene Nest Whispertal in Angst und Schrecken. Als es erste Todesopfer gibt, bricht unter den Bewohnern Panik aus. Der Landarzt Nordström versucht auf eigene Faust den Geschehnissen auf die Spur zu kommen. Doch er legt sich mit den falschen Leuten an und wird zum Gejagten. Die Welle der Gewalt breitet sich unaufhaltsam aus und die Polizeichefin Betty Jäger beginnt zu ermitteln. Dabei riskiert sie mehr als einmal ihr Leben, um Nordström aus der Schusslinie zu bringen. (Klappentext)



Zum Inhalt:

Es ist mitten in der Nacht als der Mark Kristofer Nordström, der Landarzt von Whisphertal, zu einer komplizierten Geburt einige Orte weiter gerufen wird. Die Gegend ist dünn besiedelt und es dauert bis Krankenwagen und Notarzt kommen. Doch auf dem Weg steht plötzlich ein Hund auf der Straße, der Nordström angreift. Hat er die Tollwut? Nordström jedenfalls geht es vorübergehend gar nicht gut und er bekommt hohes Fieber. Nach und nach beobachtet er immer mehr Veränderungen an sich, aber liegt es am Biss? Denn dieser Vorfall bleibt nicht der einzige. Am nächsten Tag wird ein junges Mädchen gefunden, dass offenbar von Hunden getötet wurde. Streunende, aggressive Hunde mit blutenden Augen und schäumendem Maul machen die Gegend unsicher. Nicht nur Nordström und macht sich auf die Jagd, nein ganze Jagdgesellschaften tun sich zusammen, doch ist das eine kluge Entscheidung? Es dauert nicht lange, da greift die „Seuche“ auch auf Menschen über. Sie verlieren die Kontrolle, werden aggressiv und bedrohen alles und jeden um sie herum. Doch Nordström und sein Freund, der Pfarrer Shooter, machen sich auf die Suche nach der Ursache und werden dabei nicht nur von der Polizeichefin Betty unterstützt sondern auch von vielen ihrer Freunde. Doch ist Nordström wirklich der Jäger oder wird er auch gejagt? Seine Freunde geraten dadurch jedoch ebenfalls in das Netz aus Verschwörungen, dass sich rund um Whispertal gesponnen hat. Dabei bleiben einige auf der Strecke, andere tauchen auf und bringen große Überraschungen mit sich und wieder andere scheinen verloren nur um im entscheidenden Moment wieder aufzutauchen. Doch die Seuche weitet sich aus und immer mehr Menschen sind betroffen, unheilbar erkrankt und offenbar nur darauf aus die Seuche weiter zu verbreiten. Je mehr es scheint, dass Nordström der Quelle näher kommt, desto schneller folgen die Einschläge in seiner Umgebung aufeinander und er scheint nirgends sicher.

Meine Meinung:

So spannend das Thema auch ist, so wenig konnte mich das Buch fesseln. Da ist diese Seuche, die zunächst nur Hunde befällt und dann auf den Menschen übergreift. Woher kommt sie, was genau ist sie? Wieso scheint der Biss eines befallenen Hundes Nordström nichts anhaben zu können während alle anderen krank werden, durchdrehen und sterben? Wem kann er trauen und wem nicht? All dies könnte so spannend sein und doch musste ich mich tatsächlich zwingen jeden Tag zwei Kapitel zu lesen um das Buch zu beenden. Diese unterschwellige Bedrohung ist nichts Neues – da wären zum Beispiel Hitchcocks „die Vögel“ – aber der Funke springt nicht über. Die Handlung rast nur so an einem vorbei, ist oberflächlich und holt mich als Leser nicht ab. Ich bin jemand, der Bücher lesen kann wie andere Filme sehen – vor meinem inneren Auge sehe ich das Geschehen, hier nicht, leider. Kaum entsteht eine Situation, da ist sie auch schon wieder aufgelöst. Nordström als Charakter konnte bei mir keine Sympathie hervor rufen und so fehlte das Mitfiebern und das Wissenwollen ob alles ein gutes Ende nehmen wird oder nicht. Erst als der fünfjährige Erik auf der Bildfläche erscheint war es kurz um mich geschehen – ein Kind in einer Welt aus Chaos. Doch lange hat dieser Effekt nicht angehalten. Ich finde es schade, denn das Thema bietet so viel Potential. Leider werden Beziehungen aber nur knapp beschrieben, statt sie den Leser erleben zu lassen – es kommt kein Gefühl auf, das so wichtig wäre um die Spannung mit zu erleben.

Doch nur schlecht war es dann doch wirklich nicht. Bis zum Ende kam dieses "Ich kann das Buch nicht aus der Hand legen"-Gefühl zwar nicht auf, aber erschreckend ist es am Ende dann doch, denn die Seuche, die Verbreitung, der Ursprung, das alles scheint auch in der Realität möglich und gibt doch so einiges an Stoff zum Nachdenken. Doch um dieses Nachdenken zu erreichen bedarf es in meinen Augen keinen Roman, der mit fast 550 Seiten doch ein Schinken ist. 

Meine Empfehlung:

Bevor ich mich für dieses Buch beworben habe, habe ich einige Rezensionen gelesen, die wirklich Lust auf mehr gemacht haben und wie es aussieht bin ich bisher mit meiner Meinung recht alleine. Daher würde ich doch durchaus empfehlen „Bringt sie zum Schweigen“ eine Chance zu geben. Für einen langen Tag im Garten oder am Strand sicher perfekt, denn Lesestoff bietet es wirklich jede Menge.


Dieses Buch habe ich als Rezensionsexemplar über Blog dein Buch bekommen. Der Titel „Bringt sie zum Schweigen“ von Ramon Maria Winter ist im Scylla Verlag erschienen. Vielen Dank für die Möglichkeit eine Rezension über dieses Buch schreiben zu dürfen.

2 liebe & nette Meinungen

  1. Huhu ich habe eure Rezi auf meinem Blog verlinkt und hoffe, das ist in Ordnung

    Viele liebe Grüße
    Nelly von Nellys Leseecke

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    1. Hallo Nelly,

      wie ich sehe ging es uns da ähnlich mit dem Buch. Bei BdB habe ich übrigens drei Sterne vergeben, wenn ich mich richtig erinnere.

      Liebe Grüße
      Rebecca

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