Hier bloggt Mario: Der Juniz SewAlong

Ja, ganz recht. Ihr habt richtig gelesen. Ich melde mich auch mal wieder zu Wort, da Rebecca gerade im Urlaub ist und ich sie in dieser Zeit vertrete. Ihr müsst heute also mit mir vorliebnehmen. Ich hoffe ihr gestattet meine Aufdringlichkeit, aber vielleicht ist jetzt ein geeigneter Zeitpunkt, Gelegenheit und Anlass um euch ebenfalls mein Ergebnis des Juniz SewAlongs vorzustellen. 


In der vergangenen Woche konntet ihr ja bereits Rebeccas blaues Juniz-Wunder bestaunen und schon in Ansätzen von den widrigen Begleitumständen erfahren. Vor zwei Jahren löste sich meine alte Umhängetasche langsam aber sicher auf. Ich wollte eine neue haben und Rebecca meinte, dass wir selber eine nähen könnten. Doch auf der Suche nach einem geeigneten Schnittmuster konnten wir zunächst nicht fündig werden. Sicherlich hatten wir viele schöne Taschen gefunden, aber mit einer "Frauentasche" wollte ich nicht herumlaufen. Gibt es da nicht einen Schnitt, der in den Proportionen meiner alten Tasche gleich kam und uns beiden gefällt? Nach einigen Tagen oder Wochen machte mich Rebecca dann auf die Juniz aufmerksam. Der Schnitt gefiel mir und ratzfatz haben wir das Schnittmuster gekauft und eifirg geplant. Doch dann kam immer wieder etwas dazwischen und das Projekt zog sich in die Länge, mein erstes Großprojekt. Auch wenn ich bereits die blaue Werkzeugtasche genäht habe, aber so ganz nach Anleitung und Plan ist es schon etwas anderes, so dass ich in jedem Abschnitt etwas zum Kämpfen hatte.



Den Stoff für die Juniz haben Rebecca und ich zusammen im Stoffresteverkauf kostengünstig erwerben können. Dieses Streifenmuster erinnert mich in gewisser Weise an einen mexikanischen Poncho und sprach mich direkt an. Zugegeben etwas unruhig und weniger dezent mit den Streifen, aber wer sagt denn dass ich immer schlicht tragen muss? Schade nur, dass es sich hierbei um einen Polsterstoff aus Kunststofffasern handelt. Das musste ich dann spätestens beim Bügeln feststellen, als ich die Vliseline aufbügeln wollte. Aber schon beim Zuschnitt rutsche und dehnte sich der Stoff. Die Ränder fransten auch stark aus, so dass einige Schnittteile trotz Schablonen nicht genau aufeinanderpassten. Baumwolle ist deutlich einfacher zu verarbeiten. Um jedoch nicht alles nur in rot-gemustert zu halten, fand sich in unserem Stofffundus noch ein Rest Filz, das sich hier prima verarbeiten ließ und gut ins Konzept passte.



Nähen musste ich übrigens mit meiner "neusten" Maschine, einer Privileg 152, da die Janome von Rebecca in Beschlag genommen wurde und meine Dorina am Tag zuvor in die Reparatur ging. Wie gut, dass es in unseren Haushalt immer genügend mehr oder weniger einsatzbereite Ersatznähmaschinen gibt. Es stellte sich dann aber hinterher als gut heraus mit der Privileg genäht zu haben, da man an dieser den Nähfußdruck verändern kann. Als die Stofflagen sich sehr stark gegeneinander verschoben und dehnten, konnte ich so einfach den Nähfußdruck verringern. Ein Problem weniger. Bei dieser Gelegenheit konnte ich dann auch nochmal auf Tuchfühlung mit ihr gehen und die Nähmaschine näher kennenlernen. Ein weiteres Problem hingegen war, dass mein bestelltes Schrägband nicht breit genug war um es ordentlich weiterverarbeiten zu können. Deswegen ließ ich auch die vorgesehene hängende Innentasche zugunsten einer ganzen Unterteilung weg, da hier die Schrägbandverarbeitung alles andere als glatt lief. Hier fehlte mir wohl die Erfahrung. Letztendlich habe ich dann beim Vernähen mit dem Schrägband so genäht, dass die Vorderseite von der Breite des Streifens relativ ansprechend aussah. Die Rückseite darf sich aber keiner angucken . . . *hust* . . .



Weitere Probleme bekam ich dann beim Zusammennähen der Taschenteile. Aufgrund der weniger guten Passform hatte ich an einigen Stellen Probleme mit der Nahtzugabe, so dass ich an einigen Stellen sogar dreimal nähen musste um keine Löcher zu haben. Knifflig wurde es dann nochmal beim Ansetzen des Deckels. Die im Schnittmuster vorgesehene "Streifenmethode" der rundherum die Tasche rahmt, passte ebenso wie bei Rebecca auch bei mir nicht. Woran das nun genau liegt weiß ich nicht. Jedenfalls hatte die Nähmaschine ordentlich zu kämpfen die vielen Stofflagen zu verarbeiten. Dabei war das Durchdringen gar nicht das Problem, sondern der Transport. 



Ich bin sehr zufrieden mit der Tasche, auch wenn ich zwischendrin die Geduld verloren habe und am liebsten alles in die Ecke geschmissen hätte. Die nächste Tasche wird kommen und dann bestimmt besser. Vielleicht dann auch in dezenterer Stoffwahl um die Kombinationsmöglichkeit mit den Kleidungsstücken zu erhöhen. Es sah schon komisch aus, als ich beim Nähen ein rot-kariertes Hemd trug und die fertige Tasche an mir hing. Beim nächsten Mal denke ich auch daran Schnallen und Gurtband in passender Breite zu besorgen. Die nächste Tasche kriegt dann auch Reißverschlüsse, denn wie ich am eigenen Leibe erfahren durfte ist das Aufbewahren in Taschen mit Reißverschluss wesentlich sicherer  . . . . . . .

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7 liebe & nette Meinungen

  1. Toll! Die Tasche sieht gut aus, auch wenn sie Blut, Schweiß und Tränen gekostet hat - vielleicht auch gerade deshalb?!
    LG. Susanne

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  2. Die sieht genauso, wie sie ist supertoll aus!
    Der Filz passt super zum Konzept dieser Tasche.
    Alle Mühe hat sich also gelohnt!

    Liebe Grüße
    Ina

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  3. Lieber Mario, ich finde deine Tasche klasse... und kann verstehen, dass es gar nicht so einfach ist, ein Modell zu finden, das nicht zu sehr nach einer Frauentasche aussieht. Die tut's jedenfalls gar nicht. Ich mag den Ethno-Style sehr. :-)

    Liebe Grüße
    Katharina

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  4. Huhu Mario :)

    die Tasche ist Klasse geworden und es ist ganz normal, dass am Anfang noch nicht alles klappt (oder wie man bei mir sieht auch später nicht), aber mit jeder Tasche wird man eben sicherer, bekommt Übung und weiß sich zu helfen, lernt was man mag und was nicht. Wenn du nächstes mal einen weniger fludderigen Stoff nimmst, dann bin ich gerne wieder mit dabei :)

    Liebe Grüße
    Rebecca

    PS: Die Fotos gefallen mir richtig gut! Die passen zu dir und zur Tasche.

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  5. Die Tasche ist klasse geworden! <3 Und sie ist auf keinen Fall zu weiblich. Schön, dass du dich trotz des sich wiedersetzendes Stoffes bis zum Ende durchgehalten hast. Mit so einer selbstgenähten Tasche transportiert es sich einfach viel besser ;o)

    Liebe Grüße, Carmen

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  6. So lieber Mario,
    schön wieder was von dir zu bewundern! Die Schwierigkeiten hast du super gemeistert, denn deine Juniz sieht super aus! :-) Ich hätte wahrscheinlich schon am Anfang das Handtuch geworfen... hihihi...
    Liebe Grüße,
    Betty -die gespannt ist, auf die nächste Juniz Version-

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  7. Mir gefällt deine Tasche supergut! - ich bin vielleicht selbst etwas Muster-und Farbmutig neben meinen vielen grauen und schwarzen Klamotten, aber kann mir deine Tasche sogar zum rotkarierten Hemd vorstellen...freue mich auf dein nächstes Nähabenteuer und den zugehörigen Blogpost, lG Miriam "Mecki macht"

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Vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast mir einen Kommentar zu schreiben. Ich freue mich sehr.

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