Ein gut bemützter Doppelpost

Wie wir inzwischen festgestellt haben, greifen Rebecca und ich nicht nur zu den gleichen Zeitschriften beim Händler, sondern interessieren uns häufig auch für dieselben Schnittmuster. So denn auch wieder einmal in der Frühlingsausgabe von „simply kreativ – Patchwork“ gefiel uns beiden die „Coole Mütze“ auf dem Cover. Tja, da haben wir uns schnell darauf einigen können, dass das ein gemeinsamer Doppelpost werden könnte. Nach unserem ersten gemeinsamen Doppelpost „Blumen für Kurt“, der mir großen Spaß gemacht hat, habe ich mich sehr gefreut, dass es nun also noch ein weiteres Mal geklappt hat – Vielen Dank für die Gelegenheit, mit dir gemeinsam zu posten und diese „kleine Reihe“, in der wir verschiedene Versionen eines Schnittes gemeinsam zeigen, liebe Rebecca!



Zurück zur Idee: Und dann kam der Sommer und ich war bereit für eine Sommervariante, weil es wahrscheinlich niemanden gibt, der mit Baseball-Caps so -  unvorteilhaft - aussieht wie ich. Dann ging der Sommer schnell vorüber. Zu schnell. Und nun ist es schon windig und immer wieder ungemütlich – kurz und gut: Rebecca hat mich mit der Nachricht ihrer beherzten schnellen Umsetzung ihrer „Jakaster“-Version in Gang gesetzt. 


Nachdem ich zügig einen Tweed für meine Version erstanden hatte, ließ sich die Mütze sehr schnell und eigentlich auch reibungslos umsetzen: Die Anleitung ist leicht verständlich, gezögert habe ich nur bei der Wahl der Materialien, besonders bei der Verstärkung des Oberstoffes (also des Tweeds) und dann bei der Verstärkung des Schirmes. – Im Heft wird eine „leichte, doppelt aufbügelbare Vlieseinlage“ empfohlen. Hm. Meine Stoffehändler vor Ort führen diverse Vliese, allerdings keine doppelt aufbügelbaren – das einzige doppelt aufbügelbare Material ist hier Vliesofix gewesen, das ich immer für meine Applikationen verwende, allerdings nur einen leicht – sehr leicht -  verstärkenden Effekt hat. Nach einigem Zögern habe ich mich für die Verstärkung des Oberstoffes mit „Fliselina H200“ entschieden; den Schirm habe ich ebenso verstärkt, aber die dritte Schirmeinlage noch zusätzlich mit Vliesofix bebügelt, so dass diese mittlere „Sandwich-Einlage“ im Schirm nicht verrutschen kann.


Nach dem Zusammenfügen der Hauptteile fand ich das Auseinanderbügeln der Nahtzugaben recht knifflig – deutlich schwieriger als die gesamte Näharbeit.  Um die Rundungen ordentlich dämpfen zu können, hat mir ein zusammengelegtes Jersey-Laken gute Dienste als gut formbarer, hitzeunempfindlicher „Kopfersatz“ geleistet. Die Anprobe hat dann allerdings ergeben, dass mir die Mütze etwas weit geraten ist – kurz entschlossen habe ich an der Rückseite einen breiten Gummi eingearbeitet.


Als Abschluss wird in der Kappeninnenseite ein Schrägband aufgenäht, das alle Nahtzugaben und dann eben auch mein Gummiband im letzten Schritt verdeckt. Hier habe ich mir ein Schrägband aus dem Futterstoff – ein lange gehegtes Schätzchen aus meinem Patchwork-Bestand – gefertigt, um ganz klassisch und unauffällig zu bleiben.


Die letzte kleine Hürde war es dann, den Knopf mit dem Tweed zu beziehen; mit dem großen Gummihammer aus der Werkzeugkiste hat das dann aber auch gut geklappt. Und so sieht nun also die Kappe in Aktion aus – an meinem Schal und den Bäumen erkennt man, dass es heute wahnsinnig windig war – doch dank Gummiband sitzt die Mütze nun wirklich gut und trotzt auch den fiesen Böen. – Und der Schirm ist super, um die kräftig blendende Sonne im Augenbereich abzuhalten.


Auf Rebeccas Version bin ich jetzt aber auch richtig gespannt…Bis auf einen Mini-Teaser hat sie mir noch nichts verraten.


Dann ist es nun also an mir den Teaser aufzulösen. Den Stoff hatte zusammen mit dem Leder für meine CityBag gekauft. Im Laden sah noch alles so gut aus, aber dann beim Zuschneiden wollte es nicht passen. Da Miriam und ich schon seit Wochen (seit dem Sommer) über unseren Mützenpost gesprochen hatten war das nun die Chance. Die Zeitschrift ist aus dem Frühjahr und im Untertitel heißt es "Stylischer Begleiter durch den Frühling!" aber für mich war klar, dass ich passend zur Haarfarbe gerne eine herbstliche Version hätte. So lag da nun also der Stoff aus der Anzugabteilung da und daneben das Schnittmuster. Für Loop (60 cm) und Mütze bin ich mit einem Meter Stoff sehr bequem ausgekommen.


Genau wie Miriam stand ich (wie leider öfter bei Patchworkzeitschriften oder auch amerikanischen Anleitung) vor der Frage, was für ein Vlies ich denn jetzt bitte nehmen soll. Mit zwei aufbügelbaren Seiten kenne ich nämlich tatsächlich auch nur Vlisofix. Da meine Mama im Sommer Röcke genäht hat war aber noch feine Bügeleinlage für den Bund da. Ich meine, dass es Vlieseline H200 gewesen wäre. Aufgebügelt habe ich sie wie in der Anleitung nur auf den einen Teil der Mütze und dank des robusteren Stoffes hat sie so eine schöne fluffige Form.


Damit beim Schirm nichts verrutscht habe ich das Innenteil (es werden drei Teile des Schirmes zugeschnitten) mit Patchworkkleber befestigt. Beim Absteppen und auch beim Annähen sollte ich es mitgefasst haben, sodass es nicht verrutschen kann. Das Auseinanderbügeln der Nähte habe ich mir gespart und einfach nur mit den Fingern kräftig auseinander gedrückt.


Auf einen kontrastfarbenen Futterstoff habe ich verzichtet und es wirklich ganz schlicht gehalten. Das Schrägband stammt noch aus der Sammlung meiner Oma was mich riesig freut, denn mein Opa hatte auch immer Mützen auf und gerne in einem ähnlichen Muster. Das Annähen von Hand war gar nicht schlimm und ging sogar recht zügig. Ich hatte mir das Nähen eine Mütze als großen Akt vorgestellt, aber in weniger als zwei Stunden war alles erledigt.


Vielleicht ja aber auch, weil ich mir das Beziehen eines Knopfes gespart habe. Meine Knopfsammlung ist wirklich riesig und ich wusste, dass von den alten Jacken meines Opas dort auch noch so einige Knöpfe drin sind. Tatsächlich war genau der passende dabei. Mit Mütze und Loop kann der Herbst nun kommen!


Schnittmuster: "Coole Mütze" aus der Simply Kreativ Patchwork + Quilting 03/2015 (Ausgabe 07)

Verlinkt: 12 Monate - 12 Bücher - 12 Projekte, RUMS, Crealopee, Link your Stuff

12 liebe & nette Meinungen

  1. Den Namen coole Mütze verdient das hübsche Teilchen tatsächlich!! Sie ist megacool!

    Liebe Grüße,
    Viktoria

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  2. Sehr schön!! Toll geworden!

    Liebe Grüße
    TAnja

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  3. Klasse Stoffauswahl- tolle Mützen! Gefällt mir!
    LG Sabine

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  4. Wow! Total cool und steht Dir supergut!!
    Liebe Grüß0e,
    Andrea

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  5. Was für eine klasse Mütze. So eine könnt ich mir auch vorstellen. Sieht super aus und auch die verwendeten Stoff sind klasse.
    Liebe Grüße
    Mira

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  6. Die Mütze ist mega.
    Liebe Grüße,
    Petra

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  7. Die sind beide toll geworden. Habt ihr super gemacht :)
    LG Alex

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  8. Danke euch allen für das tolle Feedback - Rebeccas passender Loop ist ne Idee, die ich noch unbedingt aufgreifen wiill - da der Tweed nicht völlig kratzfrei ist, muss das dann ein Materialmix werden...mal schauen...lG Miriam "Mecki macht"

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    1. Hallo Miriam,

      so ganz sicher bin ich mir auch noch nicht ob ich meinen nicht noch mal auftrenne (oder doch eher schneide, denn ganz unkratzig ist es wirklich nicht. Fleece könnte ich mir echt gut vorstellen. Ist auch gleich nochmal wärmer und kuscheliger :D

      Liebe Grüße
      Rebecca

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  9. Supercool! Echt genial!!!
    LG Astrid

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  10. wow was für klasse Mützen!!!! Beide haben so etwas von Sherlock Holmes in weiblich *lächel* das gefällt mir. Und so perfekt gearbeitet... wie von einem Hutmacher! Hut ab!!
    Liebe Grüße
    Gusta

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    1. Hallo Gusta,

      das mit Sherlock Holmes passt wirklich :D Auf dem Cover war die Mütze aus verschiedenen Stoffen gepatcht und in grau mit einer großen Blüte dran. Lustigerweise haben wir die beide weggelassen :D

      Liebe Grüße
      Rebecca

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