Miniutensilotasche {Tutorial}

Hier kommt es nun also, das Tutorial zu den Miniutensilotaschen. Eigentlich dachte ich ja, es wäre ein nettes Geschenk zu Nikolaus, aber das Argument, dass es ein tolles Mitbringsel für die Vorweihnachtszeit, zum Wichteln oder was auch immer ist hat mich dann doch überzeugt. Also ein sehr verfrühtes Weihnachtsgeschenk von mir für euch. Hoffentlich gefällt es euch. Das Täschchen für das Tutorial habe ich für den Seebären genäht. Für die Kameratasche musste ein kleine Tasche für Puder, Pinsel etc her (glänzende Modells sind so doof nach zu bearbeiten). Damit alles reinpasst habe ich es etwas vergrößert. Ich verrate euch aber die Maße für die kleinen "original" Miniutensilotaschen und auch für diese größere.



Wir brauchen: Stoff für innen, Stoff für außen und Stoff für das Endstück. Außerdem einen Reißverschluss, der einige Zentimeter länger ist als die Oberkante der Tasche, Vlies (Decke oder H630) sowie Verzierungen.


Als erstes wird zugeschnitten. Für die Tasche brauchen wir je zwei Teile für innen und außen. Für die kleinen Taschen war es 16 cm breit und 12 cm hoch. An den Ecken habe ich 3 cm breite und hohe Stücke heraus geschnitten (bei dem Stoff mit den Autos kann man es sehen). Die größere Tasche für den Seebären ist 18 cm breit und 14 cm hoch. An den Ecken habe ich ebenfalls 3 cm heraus geschnitten. Die Nahtzugabe (ob 1 cm oder füßchenbreit ist egal, die Tasche fällt dann leicht unterschiedlich aus, es passen aber trotzdem alle Teile aneinander) ist schon enthalten. Den Außenstoff habe ich bei den kleinen Taschen mit H630 bebügelt, bei der beschichteten Baumwolle habe ich mit Patchworkkleber eine Fleecedecke aufgeklebt. Das Endstück für den Reißerschluss ist 7,5 cm lang und 5 cm breit. Bei breiten Reißverschlüssen muss die Breite evtl. angepasst werden.


Bevor es ans Nähen gehen kann kommen erstmal alle Verzierungen drauf. Ich habe auf den Futterstoff ein Label aufgenäht. Der Boden der Tasche ist später da, wo die Ecken herausgeschnitten sind, die lange Seite ist die obere Kante. Genau an diese legen wir nun den Reißverschluss an. Bei dieser Taschenform finde ich die klassischen Reißverschlüsse praktisch, mit Endloßreißverschluss habe ich es aber nicht probiert. Der Reißverschluss wird so auf ein Futterteil gelegt, dass die kleinen Metallstopper etwas mehr als 1 cm von der Kante entfernt sind und die Raupe nach unten liegt. Da der Reißverschluss länger ist als die Tasche kann man ihn gut öffnen, dann ist später kein Zipper im Weg.


Rechts auf rechts wird nun ein Außenstoff aufgelegt, sodass der Reißverschluss zwischen den Stoffen liegt und oben bündig ist.  Wer sich unsicher ist kann auch erst nur den Innenstoff annähen. Wichtig ist, dass an dem Ende, an dem der Reißverschluss lang herausschaut nicht bis zum Ende genäht wird. Ich habe mir 2 cm vor dem Ende eine Markierung gemacht.


Genau an dieser Markierung fange ich nun an den Reißverschluss einzunähen. Das mache ich immer mit dem Reißverschlussfuß. Bei mir passt es genau, wenn ich die Nadel links vom Fuß habe und der Stoff rechts bündig liegt. Wie das bei eurer Nähmaschine ist müsst ihr testen. Nicht zu weit von der Raupe entfernt, aber auch nicht so nah daran, dass der Reißverschluss sich nicht mehr öffnen lässt.


So sollte es nun aussehen. Das lange Ende des Reißverschlusses lässt sich leicht hervor ziehen und auch die Stoffe sind an dieser Stelle nicht aufeinander genäht.


Mit der zweiten Seite verfahren wir genau so. Die Stoffe sollten auf der selben Höhe liegen, damit später alles aufeinander passt. Auch hier wird nicht bis zum Ende genäht sondern wieder 2 cm vorher verriegelt.


Nun ist der Reißverschluss schon drin und es hat gar nicht weh getan. Nun heißt es erst einmal die Stoffe richten. Entweder vorsichtig vom Reißveschluss wegbügeln (aufpassen, dass nichts schmilzt) oder einfach kräftig mit dem Finger glattstreichen - so habe ich es gemacht.


Hier erkennt man auch wieder gut, dass der Reißverschluss nicht ganz fest genäht ist. Genau so soll es aussehen.


Nun stecken wir die Tasche aufeinander. Dazu klappen wir die Nahtzugabe des Innestoffes um, der Außenstoff liegt gerade, wie man es auf dem Foto sieht. Der Reißverschluss liegt innerhalb der Tasche und darf nicht aus Versehen mit genäht werden. Unbedingt darauf achten, dass der Reißverschluss nicht verdreht ist, sonst lässt die Tasche sich nicht öffnen!


Wenn alles gesteckt ist sollte es so aussehen. Innenteil und Außenteil liegen jeweils rechts auf rechts. Die Nahtzugaben sind jeweils zum Innenstoff hin gefaltet. Beim Nähen müssen wir an eine Wendeöffnung denken. Diese lasse ich am Boden der inneren Tasche. Nicht zu klein - gerade bei beschichteten Stoffen.


Beim Nähen werden die Ecken ausgespart. Wir nähen also eine Naht mit einer Öffnung an der untern Seite des Futterstoffes. dann entlang der einen Seite. Dabei unbedingt auf den Reißverschluss achten. Den Boden der äußeren Tasche und zu letzt die zweite Seitennaht. Hier müssen wir darauf achten, dass wir nicht mit der Nadel auf die Metallstücke Stoßen. Wer unsicher ist dreht an dieser Stelle einfach das Handrad.


Ich habe mich für eine 0,75 cm, also füßchenbreite Naht entschieden. Da passt der Abstand mit dem Reißverschluss sehr gut. Wer aber lieber mit 1 cm Nahtzugabe nähen möchte, der muss entweder noch mehr aufpassen oder einfach 2.5 cm vorher aufhören den Reißverschluss einnähen statt nur 2 cm vorher.


Am Ende der vier Nähte sollte die Tasche so aussehen. Nun kümmern wir uns um die Ecken.


Diese ziehen wir auf und legen sie dann so aufeinander, dass die Nähte sich genau treffen. Die Nahtzugaben werden auseinander gefaltet, damit es nicht so knubbelt.


Nun werden alle vier Ecken abgenäht. Egal für wie viel Nahtzugabe ihr euch entschieden habt, wichtig ist, dass sie einheitlich ist.


Wenn alle vier Ecken abgenäht sind, dann ist die Tasche schon nicht mehr flach. Jetzt heißt es mit viel Geduld alles durch die Öffnung zu wenden.


In einander gesteckt sollte es nun so aussehen. Hinten schaut ein langes Stück Reißverschluss heraus und an der anderen Seite stoßen die Metallstücke fast an einander.


Die Ecke, die nicht mit dem Reißverschluss zusammen genäht wurde sieht nun so aus. Die Stoffe sind in der Seitennaht fixiert und liegen sonst auch schon recht ordentlich aufeinander. 


Den Stoff vom Reißverschluss weg ziehen, glatt streichen und stecken. Wenn er in den Reißverschluss kommt, dann wäre das doch wirklich ärgerlich.


Damit auch wirklich nichts passiert und die kleinen Löcher verschwinden, steppen wir nun mit einem größeren Stich knapp entlang der oberen Kante. Ich habe immer dort angefangen wo der Reißverschluss heraus schaut, damit er den Nahtanfang verdeckt. Bei beschichteten Stoffen gar nicht so einfach, einen Teflonfuß habe ich nicht aber mit Geduld und ein bisschen ziehen klappt es trotzdem.


Ist das erledigt kümmern wir uns darum, dass der Reißverschluss noch ein wenig hübscher aussieht. Dazu brauchen wir das verbleibende Stoffstück. Bei mir passt es zum Innenstoff aber auch ein dritter passender Stoff sieht schön aus.


Links und rechts falten wir je 1 cm links auf links um, sodass das Stück nun etwa 5,5 cm hoch und 5 cm breit ist. Die knicke gut glattstreichen oder kurz bügeln.


Nun in der Mitte rechts auf rechts falten. In der Mitte liegen nun also die schönen Stoffseiten aufeinander und an der offenen Kante sind sie je 1cm umgeschlagen. Von der Seite sieht es aus wie ein M oder eine Möve.


Links und rechts nun füßchenbreit abnähen (mit mehr Nahtzugabe passt der Reißverschluss nicht rein.


Damit es schön liegt die Ecken ein wenig anschrägen und die Nahtzugabe küren. Jetzt wird es kniffelig, denn wir müssen das Teilchen wenden. Mit einem Essstäbchen geht das recht gut und man sticht auch nicht aus Versehen durch die Naht - das kann mit einer Schere als Wendehilfe schnell passieren.


Jetzt kommt der Schritt, den man nicht rückgängig machen kann, denn wir kürzen den Reißverschluss. Dazu halte ich mir das gewendete Endstück an und überlege mir wie lang der Zipfel werden soll. Ein Stück sollte es schon sein, denn sonst wird das Annähen sehr schwer und die Tasche soll ja auch komplett geöffnet werden, damit man keine enge Öffnung wie bei einer Kosmetiktasche hat sondern ein Utensilo, dass mit einem Reißverschluss verschlossen werden kann. Unbedingt den Reißverschluss vorher schließen, denn den Zipper brauchen wir und den wieder aufzuziehen ist vielleicht nicht unmöglich aber nicht so einfach. Wenn mir die Länge gefällt schneide ich einfach hinter dem Endstück ab.


Für diese Länge habe ich mit entschieden. Ich würde sagen, dass es etwa 5 cm sind. Welche Länge euch gefällt müsst ihr ausprobieren.


Nun den Reißverschluss so weit es geht in das Endstück schieben. Meines ist etwas breiter als der Reißverschluss, darum einfach mittig ausrichten und feststecken. Dann geht es auch schon weider an die Nähmaschine.


Ich habe ein Kästchen drauf genäht (gar nicht so leicht, wenn der Stoff so klebt). Aber es würde auch eine Naht an der offenen Kante reichen, denn wichtig ist, dass der Reißverschluss sicher befestigt ist und der Zipper nicht abgehen kann.


Als letztes noch die Wendeöffnung schließen. Entweder von Hand, was ordentlicher aussieht oder mit der Maschine. Schon sind wir fertig und haben eine Tasche, die sich richtig schön öffnen lässt und in der man nicht kramen muss sondern sieht was drin ist. Wer mag kann noch ein Bändchen an den Zipper knoten, dann lässt er sich leichter greifen.

Was man da alles reinpacken kann? Alex verstaut auf Reisen ihren Schmuck, Gusta den Kleinkram zum Stricken, Carmen ihren Fernauslöser, der Seebär sein Puder und ich meine Wonderclips. Die Einsatzmöglichkeiten sind sicher noch vielfältiger. 


Ich würde mich sehr freuen, wenn die Miniutensilotasche euch gefällt und ihr mich beim Nachnähen als Quelle nennt - aber eigentlich sollte das ja auch klar sein. Für den Verkauf ist die Miniutensilotasche nicht bestimmt, aber verschenken dürft ihr sie so oft ihr wollt.

9 liebe & nette Meinungen

  1. Super süßes Täschchen! Erinnert mich an die von Noodlehead. Wenn das Täschchen nicht zu lütt ist, kann man sie auch durch eine Ecke wenden. Ist ein wenig fummelig, geht aber auch und die Wendeöffnung ist noch ein Ticken unauffälliger. Aber das ist natürlich Geschmackssache.
    LG, Rike

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    1. Hallo Rike,

      die Taschen sind tatsächlich super niedlich. Bei Instagram hatte ich mal eines gepostet wo ich es auf der Hand habe. Das fürs Tutorial ist größer, damit mein Schatz alles für seine Modells rein bekommt. Die Öffnung im Boden fällt mit der Hand geschlossen aber auch nicht mehr auf, es ist am Ende ja eh etwas in der Tasche ;)

      Liebe Grüße
      Rebecca

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  2. Danke für dieses wundervolle Tutorial. Ich hab mich schon gefragt, wie du es geschafft hast, das so viel RV heraus schaut. Aber dabei ist das sooo klar, wenn man es auf den Bildern sieht. Raffiniert sag ich nur.
    Ich werde mir sicherlich eines nähen, damit ich weiß wie es geht.
    *Küsschen*
    Gusta

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    1. Hallo Gusta,

      irgendwann nach ganz viel brüten, da macht es einfach Klick :D Bei der Schnabeline zieht man die Enden zur Naht, damit sie dort gesichert sind und der Zipper nicht ab geht, dann muss es doch auch anders herum gehen :D Aber so ist es immer, am Ende ist es einfach nur total logisch, dass es so gehen muss :D

      Liebe Grüße
      Rebecca

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  3. So süß diese Miniutensilotasche. Und ich liebe meine so sehr. Sie zaubert mir jedes Mal ein Lächeln auf die Lippen wenn ich sie in der Hand habe :o) Danke für das Tutorial <3

    Liebe Grüße, Carmen

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    1. Hallo Carmen,

      es freut mich total, dass es bei dir in so gute Hände gekommen ist und dich erfreut. Das mit dem Tutorial habe ich gerne gemacht - ich freue mich ja auch immer so, wenn andere sich die Arbeit machen :)

      Liebe Grüße
      Rebecca

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  4. Hallo Rebecca,
    Danke für die Anleitung.
    Esist gerade .fertig. Ich habe Endlos RV benutzt und die Raupe in die Naht gezogen.
    Wie bei Schnabelina. Klappt prima:-)
    LG Katrin

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    1. Hallo Katrin,

      das ist so schön zu hören, dass es geklappt hat. Danke für den Tipp für den EndlosRV :)

      Liebe Grüße
      Rebecca

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