Jerseyresteverwertung oder auch Babykleidung Teil 1

Seit dem letztes Jahr zu Weihnachten die Overlock bei uns eingezogen ist traue ich mich endlich auch an Jersey heran. Was ich aber nach wie vor nicht gut kann ist es Reste von den schönen Stoffen weg zu werfen. Während man bei Baumwolle (oder sollte man besser Webware sagen?) auch aus kleinen Teilen noch etwas nähen kann finde ich das bei Jersey schwieriger. Immerhin braucht man für Kleidung ja doch eine gewisse Menge an Stoff. So habe ich also über Monate alle Reste in einer Kiste gehortet. Bis mir die Idee kam einfach kleinere Kleidung zu nähen. Also Teile für Babys oder - bei Größe 74/80 wohl eher - Kleinkinder.



Insgesamt habe ich vier verschiedene Schnitte ausprobiert. Drei Oberteile und eine Hose. Angefangen hat alles mit dem tollen Bullistoff. Für ein ganzes Shirt hat es nicht einmal mehr in Größe 80 gereicht, aber da waren ja noch die Punkte auf grün. Eigentlich hatte ich die Kombi ja für mich gedacht und mich dann doch noch um entschieden.


Damit die Teile nicht verstauben habe ich sie ausgeliehen und sogar ein Tragefoto bekommen. Richtig niedlich und obwohl es dem kleinen Pünktchen so gut steht würde es sicher auch einem kleinen Jungen Freude machen. Der Ausschnitt ist wohl auch groß genug - das war leider nicht bei allen Shirts der Fall. Der Schnitt ist ein Freebook von alles für Selbermacher und dort heißt der amerikanische Ausschnitt einfach Kreuzausschnitt.


Mangels Zwillingsnadel - oder einer einer Maschine die damit näht - habe ich einfach überall schmale Bündchen aus dem gepunkteten Jersey angenäht.


Aus einem Meter Jersey  mit diesen niedlichen Segelbooten habe ich nicht nur ein Kurzarmshirt (Liv von Pattydoo mit Puffärmeln) für mich genäht sondern auch noch ein Langarmshirt nach dem selben Schnitt. Woher der rote Stoff ist? Wenn ich das nur wüsste? Hab ich ein altes Shirt zerschnitten? War noch ein Rest im Schrank? Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, aber es passte einfach so gut.


Nachdem das mit dem Schnitt so gut geklappt hat wollte ich noch etwas anders testen. Wie oft hatte ich den Trotzkopf von Schnabelina schon in diversen Blogs gesehen - zudem mochte ich ihre Taschen schon so lange ich nähe.


Mein aller erstes Shirt hatte ich mir damals im Nähkurs genäht. Eine Shelly mit genau diesem Stoff und genau diesem Bündchen. Schon da konnte ich nichts weg werden. So habe ich es irgendwie geschafft die Teile so zu verteilen, dass noch alles drauf ging. Das Nähen ging wirklich richtig gut und der Ausschnitt macht was her, oder?


Obwohl ebenfalls in Größe 80 genäht fällt das Oberteil wohl einiges größer aus. Während das Pünktchen aus den ersten Shirts (kommen gleich noch) bereits heraus gewachsen ist, muss sie in den Trotzkopf noch hineinwachsen. Macht aber gar nichts, denn im Sommer wären Rentiere wohl nicht so passend gewesen.


Vom nächsten Stoff (daraus hatte ich eine Schmütze, einen Loop und eine Mütze genäht) war nicht mehr genug da. So war ich froh, dass meine Oma wohl auch mal elastische Stoffe gekaut hatte. Die Farbe passte einfach so gut. Hier liegt der Ausschnitt in die andere Richtung, aber der Rest gab es einfach nicht anders her. Auch ist das eine Stück des Vorderteiles aus dem gleichen Stoff wie die Ärmel. So lässt sich noch mehr aus Resten heraus holen.


Nach dem Wickelausschnitt und dem Kreuzausschnitt wollte ich gerne noch einen ganz "normalen" Ausschnitt nähen. So bin ich über das Freebook "MixMeGirl" gestolpert. Dieses gibt es nur in Doppelgrößen und ich habe mich entsprechend für Größe 74/80 entschieden. Trotz der Doppelgröße fällt es doch sehr viel kleiner aus als die anderen beiden Shirts. Wie gut, dass der Stoff eh nicht mehr für Langarmshirts gereicht hätte.


Aus dem Federnstoff habe ich mir ein Shirt genäht das ich schon einige Male mit einer lila Jacke drüber anhatte. Die kleinen Reste (man muss ja auch auf das Muster achten...) passten so eben noch für das Lätzchen (nennt man das so?) und die Ärmel. Dazu noch ein wenig Zackenlitze, Reste von meiner Jacke und zwei KamSnaps (als Knopfersatz) und fertig ist das kleine Shirt.


Mit einem weißen Langarmshirt darunter sah das kleine Pünktchen auch im doch recht kühlen Sommer super niedlich aus. Pünktchensmama ist aber aufgefallen, dass der Halsausschnitt extrem eng ist und der Kopf kaum durch passen wollte. Bei der nächsten Restenähaktion wird es also (wenn der Schnitt wieder dabei ist) einen größeren Ausschnitt geben - oder ich habe gerade eine passende Maschine da, dann schlage ich vielleicht einfach nur den Stoff um und Säume ihn.


Aus noch mehr Resten ist dieses Shirt entstanden. Der Piratenstoff war für Loop und Mütze vom Seebären, der blaumelierte Stoff war für ein Set. Aber woher bitte war dieser dunkelblaue Stoff, der auch für die Bündchen herhalten musste? Ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls war er da und die kleinen Reste haben so eben noch gereicht. Damit das Shirt ein bisschen mehr nach Mädchen aussieht gab es noch ein rotes Band über die Naht.


Zum Schluss noch die Hose. Die hat mich wirklich sehr verwirrt. All diese Varianten. Schlankes, normales oder stabileres Kind. Mit Windel, ohne Windel oder Stoffwindel. Für jedes Kind gibt es die passende Anpassung. Für das kleine Pünktchen habe ich mich für schlank aber mit Windel entschieden und auch hier habe ich schon Tragefotos bekommen. Der Stoff ist ein Rest von meinem Jeansrock und meinem Jeanskleid (wir haben damals gleich 4 1/2 Meter gekauft). Die Bündchen sind Reste von meinem Eisbärenkleid - ich merke ich muss mich echt vor die Kamera trauen.


Die Hose ließ sich wirklich richtig gut nähen und wahrscheinlich war es nicht die letzte. Weil sie so schön schlicht ist - und ich ja eh total auf Jeans stehe - dachte ich, dass sie zu allen Shirts getragen werden kann. Am Ende sind die Shirts dann aber (trotz gleicher Größe) so verschieden ausgefallen, dass eben andere Kombinationen gefunden werden mussten.


Schnittmuster: Freebook "Kindershirt mit Kreuzausschnitt" von Alles für Selbermacher, Freebook "MixMeGirl" von nEmadA, Freebook "Trotzkopf" von Schnabelina sowie Freebook "Babyhose RAS" von Nähfrosch
Material: Alle Stoffe sind aus der Restekiste (unter anderem Love Boat von Cherrypicking und Fly von Hamburgerliebe)

8 liebe & nette Meinungen

  1. Liebe Rebecca,

    da sind sie ja, die guten Stücke! Sie sind auch in regem Gebrauch!

    Allerliebst
    Viktoria

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    1. Hallo Viktoria,

      Das ist so schön zu hören. Besser als den Schrank voller Reste zu haben.

      Liebe Grüße
      Rebecca

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  2. Die Idee ist wirklich klasse und ich habe auch schon oft überlegt die Reste so zu verarbeiten. Aber leider habe ich ja nicht wirklich Kontakt zu kleinen Babys. Meine beiden Großnichten sehe ich leider nicht. Aber von einer Freundin die Tochter ist gerade Mama geworden und hat von mir auch das Kissen aus dem Probenähen vom Drachen Felix bekommen. Da könnte ich mal schauen... ;-) Oder ich nähe einfach fürs Frauenhaus. Die freuen sich auch!
    Deine Shirts + Hose sehen alle wirklich zauberhaft aus. Die Stoffkombis sind perfekt!
    Den Piratenstoff habe ich übrigens auch gerade vernäht. Wundert es? NÖÖÖÖ!! Natürlich für Voj - als Innenstoff der Tasche bei seiner Jerika. ;-) Aus dem Rest wird wohl auch noch ein Loop.
    LG Micha

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    1. Hallo Micha,

      Die Reste für einen guten Zweck zu verarbeiten finde ich richtig gut. Demnächst gibt es von mir auch noch eine Idee für Größenlabel, den auch meine Mama schon hatte.

      Liebe Grüße
      Rebecca

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  3. Die sind soooo putzig!!!!
    Ich will auch Babys benähen!
    LG Alex

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    1. Hallo Alex,

      Ich drücke dir mal die Daumen, dass du nicht so lange warten musst.

      Liebe Grüße
      Rebecca

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  4. die sind ja alle soooo niedlich. schade - ich hab zwar auch viele jersey-reste, aber kein baby zum benähen :)
    Liebe grüße
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    1. Hallo Gusta, wie wäre es denn mit der Idee von Micha und für ein Frauenhaus zu nähen? Da kannst du mit deinen Resten noch was Gutes tun.

      Liebe Grüße
      Rebecca

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Vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast mir einen Kommentar zu schreiben. Ich freue mich sehr.

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